Aoraki | Mount Cook …

… oder wie man akzeptiert seinen Augen nicht zu trauen

Unsere nächste Begegnung mit der kitschig-perfekten Landschaft begann bereits am Tekapo Lake, wo wir unseren Augen nicht so ganz trauen wollten. Goldige Weiden, weiche Hügel und dazwischen das blaue Leuchten eines Sees, fast schon unnatürlich. Kontaminiert? Wer weiß, bestimmt um die Touris zu locken 😉

Wir kochten uns eine Tasse Kaffee und waren erstmal zufrieden mit dem Stand der Dinge. Unser Ziel war aber Twizel (ein kleiner Ort für Übernachtungen) bzw. Aoraki Mount Cook. Dieser liegt nord-westlich am Lake Pukaki. Dieser See ist der größte von den nach Süden parallel verlaufenden Seen Tekapo und Ohau. Sie sind das Ergebnis von Gletschern, die sich zurückgezogen haben. Sie sind eigentlich sehr milchig und und leuchten erst so richtig in der Sonne. Das Gletscherwasser fliesst in die Seen und bringt überwiegend kleine Partikel vom Untergrund der Gletscher mit sich und das scheint auch schon das Rezept für ein strahlendes Lächeln zu sein.

Um aber zum höchsten Berg Neuseelands zu gelangen, nämlich dem Aoraki Mount Cook mit einer Höhe von 3724 m, muss man vom Anfang des Lake Pukaki losfahren und immer westlich entlang des Sees. Das gibt natürlich ein unglaubliches Bild ab und Autofahren wird zu Bewährungsprobe. Man gelangt dann in den Mount Cook National Park. Manchmal schweigen Anne und ich und wir wissen nicht recht was da gerade vor uns abläuft. Die Fotos, die man immer wieder krampfhaft versucht zu schießen, lassen dich am Ende des Tages entsetzt aussehen. Natürlich! Man kann auf den Fotos keinen Maßstab erkennen, geschweige die Dimensionen wiedergeben. Von den Temperaturen und Gerüchen mal ganz abgesehen. Alles sieht danach immer recht klein und unspektakulär aus. Aber Fotos werden nun mal die einzige Auffrischung unserer Erinnerungen an dieser Reise sein, genau wie diese Texte hier.

Aber zurück zum Thema. Eine grobe Beschreibung. Am Berg Aoraki liegen viele umliegende Gletscher wie der Müller oder der Hooker Gletscher. Wir wollten, gleich daneben, zum Tasman Gletscher, der 27 km lang und 3 km breit ist. Zudem ist man quasi am Fusse des Aoraki Berges. Natürlich konnte man auch hier etliche Tracks gehen. Allerdings war das Wetter trügerisch. Aus Twizel mit der warmen Sonne kommend, gelangte man allmählich in ein kaltes nasses Grau. Was wir nicht wussten war, das für die nächsten Tage schlechtes Wetter in Bergen angesagt war. Jackpott! Also keine Spitze? Genau, keine Spitze. Vielleicht auf dem Rückweg an der Westküste, quasi dahinter. Dennoch hatten wir Glück und konnten zum Tasman Gletscher wandern. Auch hier war es teils nass und sehr stürmisch, aber gemischt mit etwas Sonnenlicht und zudem war es auf der anderen Seite des Berges hingegen komplett grau. Wir waren also gesegnet. Tja und so unterschiedlich verhält sich das Wetter auf engstem Raum, wenn nur die Berge dazwischen groß genug sind. Wir konnten vom Gletscher Tasman in den Tasman River schauen, der wiederum in den Lake Pukaki fließt. Bedeutet übersetzt: Kilometerlanger Blick ins Tal umsäumt von gigantischen Bergketten. Nun ja und und wir waren irgendwo da drinnen, klein, bedeutungslos…,nicht sichtbar.

Wir blieben noch die 2 Nächte in Twizel und fuhren zwischendurch noch einmal in den National Park, während sich tagsüber ein Sturm austobt, den gesamten Sand und Staub des Zeltplatzes aufwirbelte und alles bis in die letzte Ritze in Schmutz verwandelte. Wir waren entzückt 😉

Lake Pukaki

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Am Tasman Gletscher

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1 Kommentar

  1. Ly sagt: Antworten

    WOW! Echt eine wundervolle Landschaft.

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