Auf den Highways Australiens

„Hey whats up Buddy?“

Wenn du durch Australien reist, bekommst du diesen Satz ziemlich oft zu hören. Die Menschen sind wirklich sehr nett und hilfsbereit hier und der Kontinent ist natürlich zu groß als das man sagen könnte, sie erinnern dich alle an Engländer. Du hast die Großstädte, die gemixt sind aus britischen und kalifornischen Elementen. Das liegt natürlich größtenteils an Australiens Geschichte, die man hier und dort noch stark spürt. Ebenso gut hast du aber auch so eine Art Cowboy Touch in den Kleinstädten.

Das Camperleben

Wir hatten genau 16 Tage einen Camper gemietet, den wir in Brisbane in Empfang nahmen und in Melbourne wieder abgaben. 16 Tage sind nicht besonders viel für die Ostküste, aber wir haben uns anscheinend selbst übertroffen, da wir noch 2 Destinationen mehr einlegten. Du bist natürlich immer nur einen Tag vor Ort, dafür hältst du aber hier und dort auch mal mehr. Der Linksverkehr ging wirklich gut, bis auf einen kleinen Patzer am Anfang. Der Camper war klein, man musste jeden Tag alles in ein Schlafzimmer umbauen, was relativ schnell ging und wir konnten jeden Tag an unserem kleinen Gasherd kochen. Wir waren regelrecht unabhängig.

Es gibt in Australien viele viele Campingplätze. Teure, günstige und die kostenlosen, die sogenannten Rest Areas. In unserem eingebauten TOM TOM Navi nutzten wir die App „Camper Mate“, die alle Campingplätze anzeigt und darüber hinaus, Waschsalons, Einkaufsmöglichkeiten und und. Das Campen wird in Australien großgeschrieben. Die Australier haben ein Arsenal an Bord, das eher an Militär- statt Campingausrüstung erinnert. Zudem nutzen sie Geländewagen mit Hängern die robust gebaut sind und unseren nicht wirklich ähneln. Davon haben wir auch schon profitiert, denn als wir uns am Inskip Point nahe Fraser Island festgefahren hatten, zog uns ein Camper aus dem Sand (er kam uns vor wie ein Ranger) ganz nach guter alter „John Wayne“ Manier. Hilfsbereitschaft haben wir hier wirklich oft genossen. Selbst als unsere Autobatterie leer war, waren sofort 2-3 Männer am Start und die Sache lief, auch die Batterie.

So könnte ich euch noch viele andere beindruckende Situationen schildern, aber es sind zu viele und man muss sie selbst erlebt haben. Aber ich kann euch sagen, dass das Leben im Camper wirklich Leben war. Du fährst an die tollsten Strände, hältst an und machst dir dein Essen warm und hast eine Location, die du nur vom Discovery Channel kennst. Eine weitere Besonderheit hier ist, dass in vielen Parks Elekto-BBQ-Grills stehen, die man kostenlos nutzen kann. Saubere Toiletten sind auch meistens ungefähr daneben. Also haben wir eines morgens an einem kleinen Hafen bei MacQuarrie gestanden und unser Frühstück gegrillt (fried eggs, toast and sausages).

Wir sahen aber auch nicht so schöne Dinge. Viele Kreuze am Straßenrand und tagtäglich tote Tiere, überwiegend Kängurus. Und wenn man sich bewusst wird wieviele Trucks Tag und Nacht auf den Straßen unterwegs sind, ist das wohl die traurige und logische Konsequenz daraus. Die Trucks waren dennoch beeindruckend. In Australien rollen tausende von amerikanischen Trucks über die Highways, die im Sonnenlicht frisch poliert funkeln und sich nachts in leuchtende Eye-Catcher verwandeln. Die bekanntesten Marken sind Kenworth W900 und Kenworth K100. Manchmal war das wirklich amüsant, denn viele Fahrer grüßen dich, einfach so und wir hatten es auch einige Male jetzt in Melbourne erlebt, dass Trucks auf ihren Hängern die heimatlichen Hamburg Süd Container geladen hatten.

Die tausende Kilometer die wir fuhren, erschlagen dich manchmal, da das Land sich immer wieder verwandelt. Wir sahen Regen- und wilde Eukalyptuswälder wie aus einer anderen Welt, Ödnis, 200 Kilometer nur Nadelwälter, gelbe und grüne leuchtende Felder, Berge und Landschaften, die an Schottlands Landschaften erinnern. Da man, um zu günstigen Campingplätzen zu gelangen, in die Nationalparks fahren muss, entdeckt man als Camper automatisch das wahre Australien.

Eine andere Sachen sind Großstädte, z.b. Sydney. Es gibt nur 3 Campingplätze dort und genau diese waren zu unserer Zeit ausgebucht. Wild Camping ist nicht erlaubt. So kam es, dass wir 5 Stunden durch und um die Stadt fuhren. Der Camper war eine Last, da wir nicht wussten wo wir stehen sollten. Die Parkhäuser waren zu niedrig und zum schlafen auch nicht erlaubt und an der Straße darf man nur 2h stehen. Erst als wir einen Ort fanden, wo wir dachten, hier könnte uns keiner sehen, kam die Polizei, aber nicht unseretwegen. Sie hielten einen Wagen an und zogen zwei heraus, die unter Drogenrausch standen. Ich nutzte dennoch die Gelegenheit und fragte nach, da ich müde war und einfach mal wissen wollte, was man denn in so einer Situation tun kann. Wir bekamen dann einen Platz am Strand um die Ecke beschrieben, an dem wir bis 5 Uhr früh nächtigen konnten. Fazit, wir waren am Wasser, konnten Richtung Stadt gucken über die die Sonne aufging und es war kostenlos. Wir fanden dann später noch einen weiteren Parkplatz für 24h, etwas ausserhalb, sodass wir Sydney endlich besichtigen konnten.

Die Route

Soviel sei gesagt, Australien ist teuer, aber der Sprit kostet etwas weniger als bei uns. Mit maximal 110 km/h, mehr ist nicht erlaubt, reisten wir von Brisbane, über:

Fraser Island -> Gold Coast -> Byron Bay

Casino -> Lismore -> Grafton -> Glenreagh

Coffs Harbour -> Port Macquarie -> Bulahdelah

Newcastle -> Sydney -> Blue Montains

Canberra -> Melbourne -> Big Ocean Road -> 12 Aposteln

bis schließlich wieder zurück nach Melbourne, um den Camper abzugeben. Die meiste Zeit waren wir in den großartigen Nationalparks, aber die Hauptstadt Canberra war auch sehr interessant, zumal wir ins Parlamentsgebäude konnten und eine öffentliche Debatte zwischen ein paar Politikern belauschen konnten.

Wir genossen die Landschaft, wie es nur ging und wir freuten uns immer darauf unser eigenes Feuer machen zu können. Die kurze Zeit reicht wahrlich für ein Buch. Jetzt sitzen wir in Werribee (30 Kilometer von Melbourne) bei Gaby, einer ehemaligen Kollegin von mir. Sie und ihr Mann Daniel haben uns für die restlichen 4 Tage aufgenommen (dafür eine ganz dickes Dankeschön).

Wir packen jetzt unsere Sachen für die nächste Etappe, denn morgen 8:45 geht unser Flug nach Auckland.

Bis bald!
Eure Silvio & Anne

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