Auf den Spuren des Ringes

Ob Nordinsel oder Südinsel, Neuseeland diente bereits für die „Herr der Ringe-„, sowie der „Hobbit-Trilogy“ als Gesamtkulisse und gab der fiktiven Welt „Mittelerde“ ein ganz neues Gesicht. Natürlich ist das Neuseeland und nicht Mittelerde, dennoch ist dieses Land ein Geschenk für die Verfilmung dieses komplexen Romanes vom britischen Schriftsteller J.R.R. Tolkien. Der Rest entsteht am Computer und in den Studios. Sir Peter Jackson, der mittlerweile als einflussreicher Unternehmer der Filmindustrie gilt, begann bereits 1999 mit den Tolkien Projekten. Hunderte Menschen aus aller Welt realisierten über Jahre dieses komplexe Mammutprojekt. Ich selbst kannte bereits einige Filme aus den 80er und 90er von Peter Jackson. Damals waren es sogenannte Trash-Horror-Movies, eine Persiflage an das Horror- und Splatter-Kino.

Mittlerweile haben sich die Zeiten geändert und man betritt ein Milliarden-Imperium, das aus Tourismus, Franchise, Filmvermarktung und vielem mehr besteht.

Wir hatten uns zu Weihnachten selbst ein Geschenk gemacht, indem wir eine 9-Stündige Movie Tour buchten. Ich habe über die Jahre hunderte Stunden an Making-Of Material verspeist und war bestens vorbereitet. Die Tour beinhaltete einige Locations um Wellington herum. Man konnte beispielsweise „Isengard“ sehen, zumindest die Natur, der Rest ist ja bereits wieder weg. Unser Guide erzählte uns über die Drehorte und zeigte uns immer, wo und welche Kulisse dort stand, ebenso wo Schauspieler agierten. Das war teilweise witzig und man konnte sich dann an diesen Stellen fotografieren lassen.

Was mich natürlich mehr interessierte war der Stadtteil Miramar, der auf der anderen Seite der Hügel liegt.

Hier ist überwiegend Filmindustrie der Alltag und man kann die grossen Stone-Street Studios bestaunen, zumindest von aussen, die Weta-Workshops, wo Modelle, Masken usw. angefertigt werden, sowie einigen Motion-Capture Studios (z.b. für AVATAR oder TINTIN), Weta-Digital (für Animationen), sowie den legänderen Road Park Studios (Sound-Stage und Post Production). Ein gewaltiger Komplex, der von Peter Jackson  mit 54 Millionen Dollar modernisiert wurde. Von Aussen erkennt man wie immer nicht viel, aber dafür wusste ich bereits über das Innenleben bescheid und zeigte auch Anne einige Youtube-Videos über dieses Areal. Es ist wirklich spannend, weil hier wirklich alles zusammenkommt. Und Peter Jackson, naja, der ist im großen und ganzen Gründer und Teilhaber dieser Maschinerie. Mittlerweile werden hier viele andere Filme gedreht und produziert. Selbst Hollywood lässt sich hier für einige Projekte nieder. Ich bin eh ein großer Fan von Studios und Hügelartigen Wohnsiedlungen, so wie man es aus Hollywood kennt. In Wellington ist es ähnlich, es ist schöner. Die Stadt ist übersichtlicher, die Natur ist fantastisch und es herrscht immer ein frischer Wind an der Küste. Kurzum, es ist der erste Ort, andem ich mir mit Anne wirklich vorstellen könnte zu leben und zu arbeiten.

Zum Abschluss gönnten wir uns noch das erste „Star Wars Spin-Off“ im legendären Embassy Kino.

Ein sehr altes Kino und weltweit berühmt geworden durch seine Uraufführungen und Premieren aller Peter Jackson Filme. Die letzten beiden Tage über Neujahr waren wir dann endlich mal über Airbnb in eines dieser viktorianischen Hügelhäuser untergekommen. Ein Dachfenster mit Blick auf das Meer, den Flughafen und die Filmindustrie. Die Stadt lag hinter uns und wurde vom Viktoria Park verdeckt, der ebenfalls auf einem Hügel liegt. Ungefähr 850 Meter von unserer Bleibe, konnte ich dann noch ein Bild von einem alten Haus und mir machen (ähnlich wie in London mit dem Haus aus „Hellraiser“).

Es war das Haus aus Peter Jackson`s „Braindead“ von 1987.

Wir haben die Zeit auf der Nordinsel wirklich sehr genossen und haben sehr viel erlebt und gesehen. Wir haben gefroren im nassen Zelt, Rücken-, Nacken- und Beinschmerzen vom harten Untergrund ausgeharrt und von einem kleinen Gaskocher gelebt, das Geld auf Sparflamme gehalten, sowie unser erstes kleines Erdbeben erlebt… Aber…, Mitterde hat uns belohnt. Anne hat endlich ihren Ring gefunden und flüstert im Schlaf: „Meeeiiiin Schaaaatz“. Ich hoffe, das ist nur eine Phase 😉

Während ich diese letzten Zeilen schreibe, sitzten wir bereits schwankend bei Sturm auf der Fähre von Wellington nach Picton. Morgen geht es dann auch schon wieder weiter von Picton nach Nelson. Hier wartet unser neues Zuhause auf vier Rädern auf seine Anbholung. 35 neue Tage ohne wirklichen Komfort, wir lieben es 😉

6 Kommentare

  1. Ly sagt: Antworten

    „Das ist Legen… warte es kommt gleich… där! Legendär!“ 😀
    Ihr seid übrigens noch kleiner als die Hobbits. Was seit ihr? Däumlinge?

    1. Ly sagt: Antworten

      Hu! „Seid“, „seit“ :/
      Seit wann seid ihr? 😀
      Seid gegrüßt! 😉

      1. Lydi, der erste Schnaps nach 13 Monaten? =D

        1. Ly sagt: Antworten

          Wenn’s mal so wäre. Doof auch ohne Schnaps. 😀

  2. Karsten sagt: Antworten

    Anne und der Troll, das Bild ist fantastisch.

    1. Ly sagt: Antworten

      Sie ist ja auch der Ringträger. 😉

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