Bangkok – Chiang Mai

Die Frage, die sich einem immer wieder stellt ist: Was möchte ich eigentlich in diesem Land noch entdecken, sehen, oder gar spontan auf mich zulassen kommen? Wir haben uns entschieden vorerst in den Norden zu reisen, fernab des spannenden, aber auch lauten und überfüllten Bangkok. Doch wie dahin kommen? Ganz einfach: Mit der Thailändischen Bahn. Es ist kaum zu glauben, wie gut man mit dem Zug in Thailand von A nach B kommt. Vorraussetzung hierfür ist allerdings Zeit und Geduld. Wir haben uns auf dieses Abenteuer eingelassen, ohne es zu bereuen, auch wenn es teils anstrengend war. Wir haben zwar Tickets bekommen, allerdings nur für den Nachtzug, was sich aber später als positiv erwies. Um 22:00 Uhr ging es los und um 12:00 Mittags am nächsten Tag kamen wir an.

Den Comfort, den man bei uns so kennt, existiert natürlich nicht, aber man ist nicht alleine. Andere Backpacker sind genauso unterwegs und das Personal ist wirklich freundlich und motiviert.

Beim betreten des Zuges wurde mir am Anfang schon etwas mulmig. „Was, in diesem Wagon sollen wir alle Platz haben und Luft bekommen?“ Der Zug fängt an zu rollen und man merkt sehr schnell, das alles Gut ist. Die Tatsache, überhaupt reisen zu können und zu dürfen. Und das alles auf einem Niveau, das so gar nicht dem deutschen Touri-Wunschdenken entspricht.
Grossartig! Ein Personal aus 6 Personen war in unserem Zug vertreten. 2 klapprige Köche, 2 Polizisten, die anscheindend zuviel „Alarmstufe Rot 2“ mit Steven Seagal gesehen haben und 2 anderen, deren Funktion ich nur teils verstand.

Es wurde Nachts, ich konnte nicht schlafen, da unser Wagon beleuchtet war. Also beschloss ich einen Wagen weiter zu gehen, in den sogenannten Speisewagen. Doch hier war nichts, ausser offene Fenster, das Getösse und Knallen des Zuges und ein paar zart vorbeiziehende Lichtfetzen. Ich zückte meine kleine Tachenlampe und entdeckte am Boden unter den Sitzen schlafende Menschen. „Wer war das?“ Ja genau, die klapprigen Köche und das Restpersonal schliefen hier. Ich hoffte, das der Lockführer sich dem nicht angeschlossen hatte 😉 Es war atemberaubend in diesem dunklen Wagon zu stehen, ganz aleine. Ich musste mich gut festhalten, da der Zug sehr stark wackelte und man dachte: „Das wars gleich, dann reißt was ab…, garantiert“. Ich setzte mich ans Fenster und genoss die kühle Brisse und konnte schon langsam die Veränderung der Vegetation anhand der Silhouetten in der Ferne sehen. Nach einer Stunde ging ich zurück und legte mich schlafen und schlief wie ein Stein.

Am nächsten Morgen um 8:00 Uhr weckte mich Anne und meinte: „Komm, steh auf, das musst du sehen, diese Landschaft…“

Es war fantastisch was meine Augen als erstes nach dem Aufstehen zu sehen bekammen. Reisfelder, Berge, tiefe Brückenschluchten und den Dschungel Nord-Thailands. Ein Kaffee und 2 Spiegeleier mit Toast brachten mich richtig in Fahrt und wir konnten es kaum erwarten anzukommen. Wir überbrückten die Zeit, indem wir uns an den Zugtüren rausbaumelten und die sogenannte „Freiheit“ genossen. Das haben alle Reisende gemacht, niemand sprach, alle verfielen diesem Rausch.

Aber alles endet einmal und so kamen wir schließlich in Chiang Mai an. Was wir hier so entdecken und ob wir es schaffen, den Norden zu erkunden und zum „Goldenen Dreieck“ zu kommen, um auf die Länder Myanmar und Laos gleichzeitig gucken zu können, wird sich zeigen.

Auf bald 😉

Silvio

5 Kommentare

  1. K sagt: Antworten

    klingt fantastisch. Lasst eure Statements am Ende binden und mit den Fotos gestalten.
    Dann könnt ihr immer wieder dort hin.

    1. Ly sagt: Antworten

      Wundervoll! Klingt nach Freiheit!
      Wie man an der Fülle der Worte und der Art zu schreiben merkt, dass Silvio heute der Verfasser ist – 😀 herrlich, als wären wir selbst dabei. <3
      Lasst es euch gut gehen!

  2. Stephan sagt: Antworten

    Schön zu hören, dass es nicht langweilig wird in der Welt da draußen:-)

  3. Katrin & Matze sagt: Antworten

    So, muss mich jetzt auch mal zu Wort melden ? Es ist wirklich unglaublich zu sehen, was ihr gerade erlebt. Vielen Dank, dass ihr uns mit euren liebevoll geschriebenen Texten und den tollen Bildern daran teilhaben lasst. Kann gar nicht mehr zählen, wie oft ich schon auf den Aktualisierungsbutton geklickt habe, in der Hoffnung, es gibt wieder etwas Neues, Spannendes zu lesen… Wir wünschen euch auch weiterhin viel Spaß, bleibt neugierig und vergesst nicht eure Spuren zu hinterlassen…
    Seid ganz fest gedrückt…
    Katrin und Matze

    1. Lieben dank 😉

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