Fiordland 2.2

Hinter dem Tunnel offenbarte sich dann erstmal eine riesengroße schwitzende Bergwand. Dazwischen ging eine Serpentinstrasse runter, dann erreichten wir den kleinen Ort Milford. Von hier geht alles ab und ist alles buchbar. Helicopterflüge über Berge und Schifffahrten in den Milford Sound. Wir fuhren aber erstmal zum letzten und einzigen Campingplatz dort und bekamen 2 Betten im 4er Schlafsaal. Ähnlich wie im Hostel ist das eine gute Möglichkeit heiß zu duschen, die öffentliche Küche zu nutzen und zu pennen.

3. Tag

Wir informierten uns über den Gertrude Sattle Way, den ich laufen wollte und bekamen als Antwort: Nee, es soll regnen heute, der Weg ist dann absolut zu gefährlich. Oke..  dann ein anderer Weg, aber welcher ist denn nicht gefährlich im Regen..? Schließlich wollten wir am liebsten sofort auf einen Berg steigen und auf die Fiorde runtersehen. Aus Unsicherheit, inwiefern man der Empfehlung der Dame am Infoschalter nachkommen sollte oder nicht, entschieden wir einfach am Homer Tunnel zum Wasserfall zu klettern und danach evt. noch auf den Berg.

Von unten sah der Track, trotz Warnschild recht kurz und einfach aus. Der Wasserfall, ein interessanter größerer Rinnsal. So machten wir uns auf. Wir kletterten durch die Steine und erreichten irgendwann eine Art Gletscher. Die Größenverhältnisse hatten wir natürlich unterschätzt. Die Steine waren riesige z.T. unüberwindbare Felsen und der Wasserfall riesengroß mit einem kleinen See, bevor dieser in den Minigletscher überging. Immernoch glaubten wir, wir könnten eventuell den Berg erklimmen, durch den der Homertummel führt. Wir kletterten hoch und es zog sich zu. Der Aufstieg wurde immer anstrengender, denn es nieselte, der Untergrund wurde glitschig und alles unter uns wurde wahnsinnig klein. Bis Silvio irgendwann sagte: wir müssen abbrechen! Dat is doch zu gefährlich und es zieht sich zu. Ein Helikopter kam uns entgegen: Wow, jetzt kommt sogar schon ein Rettungshubschrauber.. das wäre doch nicht nötig gewesen.. Er interessierte sich jedoch nicht für uns, sondern flog ganz nah an den Wasserfall und schwupps, zwischen die Bergspalte, durch die wir gern wollten. Das entfachte nochmal meine letzten Energiereserven und ich schaffte es etwas höher. Schließlich kam der zweite Heli und flog mit den Touristen über uns rüber. Ich schaute mich um, man konnte bereits auf die umliegenden weißen Berge sehen und den oberen Fluss vom Wasserfall. Total cool. Doch dann ging der vorherrschende Nieselregen über in Regen und die Wolke oben an der Bergspalte wurde dicker. Da verließ uns die Kraft und der Mut. Wir gingen den langen Weg wieder abwärts.

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4. Tag

Ganz früh gings mit dem Boot raus in die Milford Sounds. Das Frühstück war ein riesen Büffet, grandios! Und die Fahrt durch den Sound extrem windig und wunderbar. Ein lohnenswerter Abschluss.

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Ab ging es wieder auf den Milford Highway zurück. Auf der Rückfahrt zeigte sich die Landschaft nochmal in einem ganz neuen Licht, noch vollkommener. Wir waren ein weiteres Mal perplex was für ein großartiger Ort Fiordland ist. Wir nahmen uns fest vor, irgendwann werden wir richtig vorbereitet wiederkommen und nur 3 Wochen die Sounds erkunden. Schweren Herzens setzten wir unseren Weg dann fort, Richtung Queenstown und dann nach Wanaka!

 

 

 

2 Kommentare

  1. Ly sagt: Antworten

    Toll! Bei den Wasserfällen muss ich mich an unseren Trip durch Frankreich erinnern, an die Alpen und ihren Wasserfällen, die auf den Bildern bedauerlicher Weise nicht so gigantisch wirken, wie sie in Wirklichkeit sind. Aber ich kann mir gut vorstellen, wie winzig ihr euch gefühlt haben müsst. 🙂 So zutrauliche Tierchen sind uns jedoch nicht begegnet, von solchen Gattungen gewiss auch nicht – lustig. Bis auf ein paar Eidechsen haben wir nichts weiter gesehen, zumindest nicht auf so kurzer Distanz – großartig.

    1. Hey Ly,

      spiel das nicht so runter 😉 Die französischen Alpen sind großartig.
      Ich denke immer gerne an die Zeit als wir für VW an der Verdon Schlucht gedreht haben. Aber ja, ich weiß was du meinst, hier kommt doch recht viel nacheinander, was natürlich nochmal anders ist. Und für die Neuseeländer wäre die Ostsee sicherlich auch reizvoll hi hi.

      Lg
      Silvio

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