Highlight Nordinsel – Tongariro

Wir hatten nach einer langen Fahrt vom Norden wieder zurück, an Auckland vorbei und Richtung Taupo endlich mal wieder Betten in einem Hostel gebucht. Die Region dort ist deshalb so großartig und unheimlich, da es aus der Erde dampft. Schon in Roturua, eine Stadt, die auf geothermischem Untergrund gebaut ist, dampft es aus Abflussgullis und Erdspalten. Hier gibt es auch eine kleine Maoristadt, in der es natürlich ganz besonders dampft. Die meisten Flüsse dort entspringen heißen Quellen und man kann auch darin baden. Ich habe mir das natürlich nicht entgehen lassen.

Wir besuchten einige Parks in denen die geothermischen Aktivitäten die gesamte Umgebung geformt haben. Krater und nach faulen Eiern muffelnde Seen, brodelnde Sümpfe, gelbe bis türkisfarbige Algen auf den Felsen.

Für den letzten Tag nahmen wir uns eine 17 km Wanderung vor:

Tongariro Alpine Crossing

.. ist eines der ältesten erschlossenen und angeblich schönsten Wanderwege Neuseelands. Er befindet sich in der Nähe des Taupo Sees im Tongariro National Park, der aus mehreren vulkanisch aktiven Kratern besteht. Eigentlich ist der ganze Weg eine 5-Tages-Route. Aber wir nahmen die „Kurzversion“ und ließen uns am Ende des Tracks von einem Shuttle abholen und zum Anfang zurückbringen.

Der Wecker klingelte 4:30, man muss früh dran sein, denn diese Wanderung ist beliebt und der Parkplatz schnell voll. Um 7 Uhr gings los. Die Sonne war noch hinter dem Berg, es war schweinekalt. Die erste Strecke ist fast ebenerdig, immer am Berg entlang an kristallklaren Bächen vorbei. Dann gings auf den Berg, erst Treppen, „The Devils Staircase“ genannt.

Dann ging es in felsiges Gestein über, bis auch keine Felsen mehr kamen, nur rutschiger und matischiger Sand. Wir wanderten über endlose Kraterlandschaften am Fuße des Mount Ngauruhoe entlang, der auch bei Herr der Ringe als Filmkulisse für Mordor diente.

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Dann, ein letzter steiler Aufstieg und als wir oben waren und das schlimmste hinter uns hatten (wie wir dachten) wurden wir mit einer wirklich atemberaubenden Aussicht auf den Red Crater belohnt und wenige 100m weiter mit dem „Blaue Lake“ und den „Emirald Lakes“, nach Schwefel stinkende, türkise, saure Gewässer.

Es ging bergab, jedoch ohne Treppen. Wir schlidderten stiefelnd im sandigen Vulkangestein viele 100m runter. Das war etwas schmerzhaft, denn die Aussicht war so unwirklich und man konnte seinen Blick kaum davon abwenden, sodass ich ständig dicke Steine im Schuh hatte und auf den Hintern fiel.

Es ging weiter, bis an den Rand des Blue Lakes. Es stank nach faulen Eiern. Der Hunger war weg.

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Schließlich führte uns die Wanderung auf die andere Seite des Berges mit einer wunderbaren Aussicht auf den Taupo See und die umliegenden dampfenden Gegenden. Wir fühlten uns wirklich wie Hobbits, auf dem Weg zurück nach Hobbington.

Der Weg wurde länger und länger, ein endloser Abstieg auf Serpentinwegen. Nach langen 2,5 h und fast unten angekommen führte uns der Weg noch durch einen Dschungel an einem rasenden Bach vorbei, bis schließlich zum Ende, wo viele andere Wanderer auf dem Boden lagen und sich ausruhten.

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Das war eine krasse Wanderung. Wie diesen Weg, so gibt es noch viele weitere hier, theoretisch kann man ganz Neuseeland zu Fuss erkunden. Wir rüsten uns nun für die Südinsel und sind sehr gespannt was uns dort erwartet, denn angeblich soll die Landschaft noch besser sein, wie geht das…?!

Viele Grüße,
eure Silvio & Anne

3 Kommentare

  1. Ly sagt: Antworten

    Was für eine Landschaft, absolut mega, echt der Hammer… Voll toll, ey! 😀

    1. Ly sagt: Antworten

      …und das Bild mit Silvio auf dem Felsen!!! <3 Höhenangst überwunden? 😉

  2. Tanner sagt: Antworten

    Oh man eh… ich freu mich schon so wenn ihr wieder da seid! Ich will alles im Detail auch nochmal von euch hören!!! ??

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