Kein Wasser in Lima

Rückblick

Cusco gefiel uns sehr gut, so spannten wir noch ein paar Tage aus, besuchten Märkte, kletterten etwas in die Inkaruinen herum. Dann am 14.10. entschieden wir mit dem Flieger nach Lima zu fliegen um dort ein Auto zu leihen und damit an der Küste entlangzufahren. Eine Nacht vor dem Abflug besuchten uns noch ein paar riesige schwarze Hausspinnen. Eine hing leider direkt über Silvios Nase am Bettrahmen. Er erschreckte sich so sehr, dass an Schlaf nicht mehr zu denken war.

Unsere Ankunft

Wir kamen an und die Sonne brüllte auf uns runter. Die Luft ist wie erwartet ganz anders hier unten. Dick und so richtig knackig warm! Wir fuhren mit dem Taxi ein Stück durch die Stadt. Der erste Eindruck war: Viele Häuser und Autos. Und das Meer ist schön!

Abends stellten wir dann fest, dass das Wasser ausgestellt war. Auf unsere Nachfrage meinte unser Housekeeper dann einfach, das würde morgen früh sicher wieder angestellt werden. Die Stadt hätte ein paar Probleme mit den Werken.

In der Nacht stellte ich erleichtert fest, dass das Wasser lief. Ich hörte es im Bad rauschen und drehte den Wasserhahn zu.

Am nächsten morgen, ich freute mich: Silvio, das Wasser geht, ich habs heut Nacht gehört… kalt duschen =)
Im Bad wurde ich dann enttäuscht, der Hahn blieb trocken. Etwas genervt ging ich nach unten. In der unteren Etage gab scheinbar kurzzeitig Wasser aus der Hauptleitung und es wurde auch schon was zum Geschirrspülen in eine große Wanne gefüllt. Jeder von uns begriff nur langsam die Ausmaße, die dieses Problem annehmen würde. Es wurden Zettel an die Bäder gehängt: Im Supermarkt nebenan gibt es noch funktionstüchtige Toiletten, wenn nötig, sollten wir erstmal diese benutzen. So war dann unser erster Gang: zum Supermarkt.

Wir informierten uns nach günstigen Mietautos und ich googelte parallel nach dem Wasserproblem in Lima. Nichts neues. Aber es gab starke Regenfälle und Überflutungen in Perus Norden. Hmm. Aber was könnte das zutun haben mit dem Wasserausfall in Lima? Der große Fernseher lief die ganze Zeit mit Nachrichten von den krassen Überflutungen. Das Hostel gehört einem Inder der für die armen Kinder Sandwiches schmiert und Obst stückelt. Wir durften da mithelfen.

Am Nachmittag machten wir einen Rundgang durch den Stadtteil Miraflores, dann zum Strand herunter. Schön, der Anblick auf die Steilküste mit den Hochhäusern direkt vor dem weiten Pazifik und den Segelfliegern. Malwieder was ganz anderes. Nachdem ich baden war, stellte ich fest, dass es keine Duschen gab am Strand. Mein Körper piekte. Wir gingen zur Aufmunterung in einen Friseursalon, an dem wir auf unserem Weg zurück zum Hostel zufällig vorbeikamen, der aber leider auch nicht über das fließende Gold verfügte. Der Haarschnitt war super!

Dann 20 Uhr plötzlich ging der am Hauptwasserhahn. Ich wusch meine Haare sofort darunter und meine Füße und alles andere wo ich so rankam, ich habe mich noch nie so über fließendes Wasser gefreut. Sogleich nahmen wir alle auffindbaren großen Behältnisse und befüllten sie. Die Küche verfügte über riesige Töpfe.

Eine neue Situation

Doch der nächste Tag zeigte, wie schnell das Wasser aufgebraucht ist. Allein eine Toilettenspülung bedeuten 2 Liter Wasser ins Klo spülen. Was kann man da positiv sehen.. naja ich konnte endlich meine ganzen Feuchttücher alle machen. Alles drehte sich um das Wasser.

Mittlerweile waren die Ausmaße der Fluten im Norden Perus und Lima herum im Fernsehen täglich zusehen. Das Wasser ströhmt in Schlammasen aus den Anden herunter. Die Straßen überspült und zerstört, 75 Menschen tot, Tausende, die ihr zuhause verloren haben. Und das Wasser wurde seit vorgestern 1 Mal angestellt, denn die Werke kommen nicht hinterher es zu reinigen. In den Supermärkten sind die Wasserregale leer. Und es fährt ein Truck in den Straßen herum an dem die Leute Schlange stehen.

Wir buchten eine neue Unterkunft und wir hatten Glück, sie nahmen uns noch auf, obwohl sie eigentlich schließen wollten.

Unsere Pläne

Das mit dem Auto haben wir gecancelt. Gestern telefonierten wir mit Staralliance. Wir buchten einen Flug nach Bogotá für den 22.ten. Früher gab es nix.

Gute Zeiten

Als wir gestern im neuen Hostel einzogen, luden uns unsere Housekeeper ein, zum Besitzer des Hostels mitzukommen. Der wohnt etwas weiter außerhalb in einem großen Haus mit Pool und das Wasser ist in diesem Stadtteil nicht ausgestellt. Als wir ankamen beobachteten wir beeindruckt den Ersten der sein Auto auf der Straße beherzt mit einem Schlauch abspritzte. Wir traten ein in ein großes Haus, vollbehangen mit alten Gemälden, großen Holzmöbeln und ohne Decke. Das Wohnzimmer ging bis direkt unter das Dach. Draußen gab es einen Pool. Wir wurden sehr nett aufgenommen. Der Hauseigentümer, ein Holländer mit seiner Frau und einem Shizu. Ich blieb 20 min im Pool, dann gab es Pisco (ein peruanischen Schnaps) mit Zitronenlimo. Nun fragt ihr euch vielleicht, so wie wir, weshalb in diesem Stadtteil das Wasser nicht ausgestellt war. I weiß es net.

 

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