Machupicchu

Es war ein verregneter Tag in Cusco als wir uns aufmachten unseren Transport zum abgelegenen Machupicchu zu planen. Ich hab mich vorher schon öfter bemüht, den billigsten Weg herauszufinden. Aber so richtig geschnallt habe ich es nie. So machten wir uns ins nächste Reisebüro nebenan und fingen nochmal von vorne an. Zu Fuss, Bus oder Bahn, her mit den Vorschlägen. Es ist so: man kann garnicht mit dem Zug von Cusco direkt fahren und es gibt auch keinen direkten Bus. Und zu Fuss – viel zu weit! Aha. Hmm, und wie kommt da nun überhaupt noch hin? Nun, man muss mit dem Zug fahren. Und zwar von Ollantaytambo. Der Zug setzt einen dann in Aguas Calientes (Machupicchu) ab. Von Cusco nach Ollantaytambo kann man mit dem Bus fahren. Uns wurde auf einer Stadtkarte von Cusco ein Ort rot markiert, der den öffentlichen Busbahnhof zeigte. – Na dann, vielen Dank für die Auskunft.

Nun wisst ihr, wie es kommt, dass man nach dieser Reise alle kleinsten Ortsnamen aufzählen kann.

Das Ganze überforderte mich kurz. Nach einigen Besuchen in ein paar weiteren Touristenbüros kamen wir aber zu folgenden Ergebnissen.

  1. Bus. Man fährt von Cusco, geschlagene 6 h in einen Ort names „Hidroelectrica“. Von dort läuft man 2,5 h in den Ort Aguas Calientes.
    60 Sol pro Nase.
  2. Bus und Zug. Man fährt zunächst von Cusco 2 h mit dem Bus zum Bahnhof in „Ollantaytambo“, wo dann der Zug nochmal 2 h nach Aguas Calientes, über eine berühmte wunderschöne Bahnstrecke fährt,  die sich „PeruRail“ und „InkaRail“ teilen.
    Etwa 120 Sol pro Nase, hin und zurück (bei InkaRail).
  3. Zu Fuß. Man läuft den Inka-Trail 4 Tage lang mit einem Guide (was man aber 3 Monate vorher buchen sollte).

Wir entschieden uns für die Zugvariante – ist doch viel geiler als mit dem Bus. Ein wenig abenteuerlich, denn der Bus in Cusco fuhr zu spät los und wir verpassten unseren Zug in Ollantaytambo. Aber, wir durften kostenlos mit dem Nächsten mitfahren.

Aguas Calientes ist eine kleine Touristenhochburg, die wie bei einem Miniaturwunderland um die Schienen herum zwischen die Berge gebaut wurde, direkt am Fuße des Machupichhu Pueblo. Die Wolken verfingen sich darin und es regnete als wir ankamen. Unser Hostel war auch nicht gerade der Knaller, aber das ist ja nicht wichtig. Am nächsten morgen um 7 Uhr früh machten wir uns auf den Weg über den Treppenaufgang zum MachuPicchu. Es fahren auch alle 10 min Busse nach oben. Aber das war uns zu einfach. Als wir oben ankamen war es noch etwas wolkenverhangen. Wir drehten eine kleine Runde durch das unabhängige Dorf, das im 15 Jh durch die Inkas erbaut wurde und für 1000 Seelen Platz fand. Danach machten wir uns dann noch auf den Machupicchu Montana, von dessen Gipfel man einen weiten Sichtradius hat, bei gutem Wetter. Während des Aufstiegs fragte ich mich mal wieder innerlich weinend was ich hier überhaupt mache. Es war so schmerzhaft. Oben angekommen aber hatten wir Sicht auf alle umliegenden Gipfel und das kleine Dorf Machupicchu irgendwo dazwischen. Es sieht absolut fänomenal aus, wenn die Sonne draufscheint.

Nach dem Abstieg hatten wir dann noch genügend Zeit für das Dorf ansich. Es gibt einen Rundgang, in dem man die Architektur der Häuser, Tempel und Hänge für die Landwirtschaft genauer unter die Lupe nehmen kann. Mal abgesehen davon, dass die Aussicht aus den Fenstern der Häuser atemberaubend ist, das komplette Abflusssystem so zeitlos konzipiert ist, dass es noch heute funktioniert, und alle Bereiche gut durch Treppen miteinander verbunden sind, kann man sich das leben gut hier oben vorstellen. Immer frische Luft und weit weg von den Problemen der Welt da unten.. ob dieses Dorf tatsächlich bewohnt war, ist jedoch nicht belegt. Was für eine Verschwendung, wenn nicht.

Bis bald, dann aus Lima!
Eure Anne & Silvio

 

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2 Kommentare

  1. Ui, das sieht toll aus! Wir freuen uns schon. Sieht auch aus als wäre es recht warm gewesen?! Haben nämlich etwas Angst nach Arequipa in Cusco wieder Frostbeulen zu bekommen… Lg Sabrina und Jannis

  2. Hey, ach, ihr seit in Arquipa!! Wir haben uns schon gefragt ob ihr vllt auch gerade in Cusco seit 😉 Nein, ich glaube kalt ist es nicht, aber es ist sehr schwül. Cusco ist etwas kälter. Ich hoff ihr habt kein Regen! Habt ganz viel Spaß!

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