Queenstown | Wanaka

Queenstown

Es war ein verregneter Tag, um genauer zu sein, ein Alptraum. Es hörte einfach nicht mehr auf in Sturzbächen zu schütten und dabei wollten wir eigentlich ins oasisch beschriebene Queenstown und Wanaka fahren. Man fährt ca. 40 Minuten entlang des Lake Wakatipu, der See bei Queenstown, doch es war nur graue Suppe. Im Ort hatten wir alle Unterkunftsmöglichkeiten abgefahren und angerufen, aber nichts. Alles ausgebucht. Im letzten Moment bekamen wir dann doch tatsächlich noch zwei Schlafplätze in einem 8-Bett Zimmer in einem Hostel. Die Lage war top. Zentral und gleich am See. Plötzlich lief es wieder!
Es ist viel los in dieser kleinen Stadt, die immer mehr Ansehen und Zuspruch gewinnt, gerade zur Ski-Season. Queenstown ist gefüllt von etlichen Bars, Clubs, teuren Läden, also sehr vielem exquitisten Schickimicki. Zudem gibt es ein enormes Überangebot an Freizeitaktivitäten, wie z.B. den Adrenalinsport. Aber, ich zahle ungern besonders viel Geld, um mich an einem Seil von einem Berg in eine fürchterliche Tiefe stoßen zu lassen. Danke, ein anderes mal vielleicht.

Der nächste Tag war wie ausgewechselt, die Sonne kam raus und jetzt sah Queenstown aus, wie auf den Postkarten. Wir fuhren am See entlang und suchten uns ein Plätzchen, um mal das Wasser zu testen. Das wohl klarste und kälteste Wasser, das ich je betreten habe, lange konnte man darin nicht ausharren. Wir aßen noch eine Kleinigkeit und genossen die Aussicht auf die leicht bezuckerten Alpen.

Lake Wakatipu
Lake Wakatipu

Wanaka

Von Queenstown zum kleinen Touri-Ort Wanaka fährt man nur noch 1 Stunde. Wir hatten bereits einen Campingplatz favorisiert. Alles voller Neuseeländer in Urlaubsstimmung, einfach die glücklichsten Menschen zu dieser Jahreszeit.
Wir schlugen unser Zelt unter einem Baum auf, nahe des Lake Wanaka.

Am nächsten Tag unternahmen wir die 1/2-tägige Wanderung zum dramatischen Rob Roy Gletscher. Der Weg zum Zugang war eine unbefestigte Straße auf der wir Bekanntschaft machen durften mit Rehntierherden und liebenswerten Schafen. Was wir waren? Entzückt, wie immer.

Als wir vom Gletscher abstiegen, schlug das Wetter jedoch um und es waren kräftige Orkanböen im Umlauf.
In der Nacht erreichte der Sturm seinen Zenit und wir wurden geweckt vom Getöse herunterfliegender Äste. Unsere Zeltheringe hatten sich auch schon verselbstständigt. Ich kletterte raus um sie neu zu versenken und sah wie die Taschenlampen von unseren Nachbarn umher kreisten. Andere hatten mehr Pech und mussten gebrochene Zeltstangen und zerstörte Pavillons in Kauf nehmen.

Zeit nach Westland zu kommen. Wir fuhren 60 km weiter Nord-West und blieben noch 1 Nacht im Raum Wanaka. Es war weiter oben am See, am Boundary Creek Zeltplatz, an dessen Strand verlassene, aus Schwemmholz gebaute Schutzhütten standen, die an Urzeitknochen erinnerten. Wer auch immer sie gebaut hat, sie waren grandios und boten effektiven Schutz vor Wind. Wir blieben die Nacht über im Auto auf einer Art Aussichtsplattform und wurden die Nacht über noch ganz schön vom Sturm durchgeschüttelt. Ich konnte kaum schlafen, hatte aber dafür eine beindruckende Sicht auf die Milchstraße durch die Windschutzscheibe. Ganz kalt, ganz klar, ganz Neuseeland.

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 Der „Rob Roy Gletscher Track“

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 Tschüss Wanaka!

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Boundary Creek Campingplatz

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