Unsere letzte große Wanderung in NZ

Der Lake Angelus Track

Wir entschieden uns für diese Wanderung, da sie die nächste Herausfordernde auf unserem Weg nach Nelson war, eine für erfahrene Wanderer wie uns… (jaklar!) Wir dachten, das wäre genau das Richtige.

Wir blieben eine kurze Nacht im Ort und packten unsere Rucksäcke mit Klamotten und Essen für die Berghütte. Ich hatte unser Solarpanel am Rucksack befestigt um mein Handy zu laden (denn da war die genaue Wanderkarte zusehen). Los ging es einen sehr langen und steilen Zickzackweg, den „Pinchgut Track“, nach oben. Mit genügend Pausen ging das Anfangs erstaunlich gut, aber irgendwann merkt man die 7 Kilo mehr am Rücken. Wir erreichten nach 1,5 h eine erste Hütte zum ausruhen. Danach gings 5 h die Robert-Ridge-Route entlang, direkt am Bergkamm, über den Mount Robert (1421 m) und den Julius Summit (1794 m) zur Angelus Hütte. Es ging auf und ab und man vergisst vor lauter Faszination die Anstrengung, so wie Silvio irgendwann sagte: man wird Eins mit dem Berg.

Wir erreichten die wunderschön am Lake Angelus gelegene Berghütte noch früh und sicherten uns die besten Schlafplätze. Kurz nach uns trafen noch etwa 30 weitere Wanderer ein und mit uns gab es 3 Deutsche dort. Die Hütte ist auch von anderen Wegen aus erreichbar und war entsprechend voll.

Silvio schmerzte das Bein, das normalerweise das Gaspedal bedient, wir hofften, es würde sich wieder bessern. 20 Uhr schliefen wir tief und fest.

Am nächsten morgen versuchten wir uns im Gewusel zu sammeln und genossen einen ungesüßten Frühstücksbei aus Haferflocken, einem Apfel und schwarzen Tee. Draussen war es heute etwas stürmischer und nass, so entschieden wir, statt über die Berge, den unteren Track (die Speargrass-Creek-Route zur Hütte und dann weiter über den ausgebauten Speargrass Track) über die Felder und Wälder zurückzuwandern.

Der Weg entpuppte sich schnell als unerwartet beschwerlich, was anfangs angenehm herausfordernd war.. endete nach 3,5 h höchster Konzentration, im Matsch ausrutschend und in den Bach fallend, absolut frustrierend. Der Weg war moorig und lief am Fluss entlang, den man immerwieder überqueren musste. Ich landete 3 Mal drin und Silvio bohrte der Schmerz im Bein. Vor Ärger schrie ich meinen Frust unter Tränen inbrünstig in das Flusstal. „Was machen wir hier überhaupt?!“ Wir erreichten die Speargrass Hut und ruhten uns kurz aus, denn wir wollten warm bleiben. Der Weg ging über in einen Track, der besser ausgebaut war, aber trotzdem absolut endlos schien. Nach 2 weiteren halsbrecherischen Flussüberquerungen und 4 h Walk erreichten wir erleichtert den Parkplatz, wo wartend unser Auto stand.

Wir fühlten uns wie entgiftet, neu geboren, unschlagbar. Wir holten die Nussschokolade aus dem Auto, zogen die nassen Motterschuhe aus und hielten die Füsse in die Sonne. Wir entschieden: Es war ein großartiger Walk und Silvios Beinschmerzen waren dann auch weg.

 

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Rückweg
Rückweg

 

1 Kommentar

  1. Ly sagt: Antworten

    Hammer Landschaft – klasse Bilder – unvergessliche Eindrücke – so amazing 🙂

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