Von Nord nach Süd, oder wie ich lernte eine Odyssee zu lieben Teil 2.

…it`s full, full full

Bangkok

Wir hatten uns schon 1-2 Nächte in Phitsanulok festsitzen sehen. Wenn es da nicht die Möglichkeit gäbe,
mit einem etwas teureren VIP Van zu fahren. Und das taten wir, war quasi unsere einzige Chance noch am selben Abend in Bangkok anzukommen, zumal wir uns bereits für die eine Nacht in einem Mehrbettzimmer eingemietet hatten. Es sind kleine Busse mit ca. 10 Plätzen. Wir saßen mit Einheimischen zusammen, darunter ein junger Mann in weisser Uniform mit einem Sebel an seiner Hüfte, der an der Silhouette wie Gold schimmerte. Klassisch asiatisch halt. Zudem trug er ein Trauerflor an seinem linken Arm. Wir saßen alle etwas gequetscht, da alle, wie wir auch, ihr Reisegepäck dabei hatten und der kleine Bus über keinen Kofferraum verfügte. Und wer keins hatte, der hatte dafür eben ein Kind auf dem Schoß. Der Fahrer, ein kleiner nervöser Mann (eine kindliche Statue umschlossen von alterndem Gewebe trifft es wohl eher), bei dem alles ganz schnell gehen musste, verriet uns, dass wir insgesamt 4-5 Stunden nach Bangkok fahren würden. Das war immerhin schneller als die übrigen Verkehrsmittel wie die normalen Busse oder Züge. Ein guter Beifahrer bin nicht gerade. Wir fuhren wirklich sehr schnell auf den Autobahnen. Es wird links und rechts überholt, wo es nur geht. Das ganze gewürzt mit starken Bremseinlagen, die uns immer aufschrecken ließen. Er suchte dann, ohne kaum auf die Strasse zu gucken, eine DVD heraus, legte sie rein und fuhr einen Bildschirm von der Decke. Jetzt war es noch enger. Gardinen an den getönten Scheiben und diese hektischen bunten Bilder. Ich konnte jetzt nicht mehr nach vorne schauen. Wir erwarteten einen Film, stattdessen lief so ein Art „Der Preis ist heiß“ im thailändischen Game-Show Format. Übertrieben albern, schrill und durchgeknallt.
Pünktlich zum Ende der DVD, speite sich ein kleiner Junge vor uns sich voll. Wir hielten an und die Frauen wuschen ihn in einem Waschbecken an einer Raststätte. Danach wurde er gepudert und fuhr mit uns den Rest der Strecke wie kleiner nackter Puderzucker-Zwerg nach Bangkok.

Schließlich waren wir wieder zurück in Bangkok. Wir waren etwas weit weg von unserem Hostel und der nächsten Bahn. Ein Taxifahrer nahm uns mit, konnte aber die Adresse nicht finden. So ist das oft. Alle wollen dich mitnehmen, aber Ende weiß keiner so richtig wo er hin muss. Nach einer gefühlten halben Stunde stiegen wir an einer MRT-Sation (Metro) aus. Da wir uns bereits ganz gut mit den Verkehrsmitteln in Bangkok auskennen (zumindest mit Bahnen und Booten), war es ein leichtes Spiel an unser Ziel zu kommen.
In der Straße, in der unser Hostel lag, ging es gleich heiß her. „Bangkok Action Fighters“ trifft es ganz gut. Die Straße war recht schmal und ich sah von Weitem bereits, das etwas im Gange war. Ich konnte sehen, dass junge Männer auf ein Auto schlugen. Daraufhin fuhr das Auto mit quietschenden Reifen und rasend auf uns zu. Wie bereits erwähnt, die Straße war eng, was zufolge hatte, dass wir dem Auto ausgesetzt waren. Die Frontscheibe auf der Fahrerseite war zersplittert. Ich zog Anne sofort in eine Straßenniesche, als dieser knapp an uns vorbeisauste. Hinter ihm verfolgten ihn die Männer auf Motorrollern. „Nett hier“, war mein erster Gedanke. Und so war letztlich auch. Wir ließen den Tag beim Essen ausklingen, während wir von den Trauerliedern der Mönche für den König aus dem Fernseher beschallt wurden.


Bangkok – Koh Samui

Am nächsten Tag war schon wieder check-out. Wie Anne ja bereits in einem Beitrag (schwarz-weiß) erwähnte, waren wir nochmal am Königlichen Palast um die Restzeit zu überbrücken. Denn am Abend ging es wieder 18 Stunden mit dem Nachtbus und der Fähre in den Süden. Unser erstes Ziel sollte Koh Samui sein. Wir buchten eigentlich einen Bus, der komfortabel ist, da es ja ein Nachtbus war. Allerdings empfing uns ein ganz Normaler. Wir merkten, dass man während der Buchung auf die Anzahl der Sitzplätze in solchen Bussen achten muss. Wir fuhren los, warteten schließlich nochmal nach 30 Minuten Fahrt 2 Stunden in einem anderen Stadtteil auf ein paar Reisende. Dann ging es endlich los. Der Busfahrer verteilte eine kleine Keksrolle zusammen mit einer kleinen Flasche Wasser. Dann ging das Licht aus. Wir dachten teils immer noch, dass wir bestimmt noch umsteigen und dann in den richtigen Bus kommen würden. Nix da. Der Bus war relativ leer, so konnte man sich die Plätze beliebig aussuchen. Die Nacht war hart. Man schlief in allen erdenklichen Stellungen, um ansatzweise schlummern zu können. Ging natürlich nicht. Der Bus raste durch die Nacht. Um 1 Uhr wurden wir alle geweckt und an einer Raststätte rausgelassen. Hier standen noch andere Busse. Ein riesen Zirkus war das. Jeder Bus wurde einem Raum zugewiesen und darin konnte man dann essen. Alles war bereits angerichtet, aber ganz ehrlich, es schmeckte einfach nicht. Zudem war ich total übermüdet. Anne hatte etwas gegessen. Ihr Gesichtsausdruck verriet aber nichts Gutes. Ich suchte die Toilette auf und das wars dann für mich. Nach 30Minuten fuhren wir weiter. Um 6 Uhr morgens kamen wir dann in Don Sak an. Don Sak liegt südöstlich und hat einen kleinen Fährhafen, der die Insel Koh Tao, Koh Phangan und Koh Samui stündlich verbindet. Da waren wir nun, endlich im Süden, endlich am Wasser, morgens um 6 Uhr. Ich war viel zu kaputt, zudem hatte ich nach langer Zeit mal wieder starke Migräne. Ich schaffte mit Anne noch ein kleines Frühstückchen an Bord. Es gab schöne scharfe und kaum schmeckende Instant Nudeln in bunten schillernden Plastiktassen an Bord zu kaufen. Die Überfahrt dauerte nur 1,5 Stunden. Ich legte mich auf die Sitzbänke und schlief ein. Als ich wieder aufwachte, waren wir bereits da. Etwas taumelnd stand ich auf und wir verließen die Fähre.

 

 

 

Schreibe einen Kommentar